Der Traum vom eigenen Produktionsstudio

Der Traum vom eigenen Produktionsstudio

Wer den Traum hegt, ein eigenes Tonstudio zu eröffnen, den erwarten zunächst einmal gute Nachrichten, denn: Es gibt keine Ausbildungsvorschriften, die eingehalten werden müssen, um ein Tonstudio zu eröffnen. Das bedeutet: Praktisch ist eine Ausbildung zum Toningenieur oder Tontechniker, weil dabei viel über die anfallenden Arbeiten in einem Tonstudio gelehrt wird, Pflicht ist eben diese Ausbildung, die heute häufig als Ausbildung zum Mediengestalter – Bild und Ton bezeichnet wird, allerdings nicht. Wer allerdings viel Erfahrung im Mixen, Produzieren und Recorden hat, kennt nur die berufsspezifische Komponente, die im Tonstudio auf den Chef lauert. Auch betriebswirtschaftliche Angelegenheiten sind hier in der Praxis zu bewerkstelligen.

Abbildung 1: Nicht selten lässt die Liebe zur Musik den Traum vom eigenen Produktionsstudio immer größer werden. Wenn aus der Liebe zur Musik ein Unternehmen wird, bedeutet das auch, dass aus dem Musiker oder dem Produzenten der Unternehmer wird, der betriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigen muss.

Abbildung 1: Nicht selten lässt die Liebe zur Musik den Traum vom eigenen Produktionsstudio immer größer werden. Wenn aus der Liebe zur Musik ein Unternehmen wird, bedeutet das auch, dass aus dem Musiker oder dem Produzenten der Unternehmer wird, der betriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigen muss.

Systeme helfen bei den betriebswirtschaftlichen Hürden

Ganz unabhängig davon, ob das Tonstudio schon länger existiert und nun den Wachstums- und Erfolgskurs einschlagen möchte, oder ob der Neustart mit einem Produktionsstudio geplant ist – viele Producer unterschätzen die Herausforderungen, mit denen das Unternehmertum aufwartet.

Um an eben dieser Hürde nicht zu scheitern, kann es von Vorteil sein, auf ein All-in-one-System zu setzen, das zumindest die betriebswirtschaftliche Marschroute in Ansätzen vorgibt. In diesem Zusammenhang erfreuen sich sogenannte Enterprise Resource Planning-Systeme, kurz: ERP-Systeme, wachsender Beliebtheit, weil sie Geschäftsprozesse steuern und damit auch dafür sorgen, dass das Unternehmen in strukturell sicheren Bahnen wachsen kann.

Ein ERP-System ist so ausgelegt, dass es alle Arbeitsabläufe im Unternehmen – vom Projektmanagement über das Personalwesen und von der Buchhaltung bis hin zum Vertrieb – abbildet und durchführbar macht. Das sorgt für Rechtssicherheit und Transparenz gleichermaßen und unterstützt den Chef des Tonstudios auch darin, die im Businessplan verankerten Meilensteine solide und gut organisiert zu erreichen.

Die Rechtsform gibt den Ton im Produktionsstudio vor

Denkbar sind für das Produktionsstudio mehrere Rechtsformen.

  • Die Gesellschaft mit begrenzter Haftung, kurz: GmbH, besteht aus einem Gründer oder einem Gründerteam. Das für die Gründung benötigte Stammkapital beläuft sich auf 25.000 Euro. Ein Geschäftsführer vertritt die Geschicke der GmbH nach außen. Der Gesellschaftervertrag regelt die Rechte- und Rollenverteilung in der GmbH. Das Handels- und Steuerrecht, das GmbH-Gesetz sowie die Abgabenordnung bilden die juristische Grundlage.

  • Die Unternehmergesellschaft, kurz: UG, ist ebenfalls eine Kapitalgesellschaft, ebenso wie die GmbH mit Haftungsbeschränkung. Diese Tatsache hat der UG auch den Beinamen der Mini-GmbH eingebracht. Informell ist die UG also die „kleine Schwester“ der GmbH. Ein Geschäftsführer oder mehrere führen die UG. Der Unterschied zwischen GmbH und UG ist das Stammkapitel, denn: Eine UG lässt sich bereits mit einem Euro Stammkapital gründen. Jährliche Rücklagen stocken den Pott dann auf.

  • Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, kurz: GbR, ist eine weitere Option, um einem Produktionsstudio einen rechtlichen Mantel umzulegen. Diese Unternehmensform zählt zu den Personengesellschaften. Sie hat den Vorteil einer schnellen und günstigen Gründung, ohne Stammkapitel, ohne Mindesteinlage. Gut geeignet ist diese Rechtsform für ein Gründer-Duo. Es dürfen auch mehrere Gründer sein, die dann ihre Geschäftszwecke sowie ihre Rollen, Rechte und Aufgaben im Gesellschaftsvertrag festlegen. Der größte Hemmschuh, warum viele die Gründung einer GbR scheuen, ist das Haftungsthema, denn: Alle Gesellschafter haften hier mit ihrem Privatvermögen.

  • Das Einzelunternehmen ist die Rechtsform für ambitionierte Tonprofis, die aus ihrer Passion einen Beruf machen möchten. Das Einzelunternehmen ist das Pendant zur Personen-Kapitalgesellschaft. Die Gründung eines Einzelunternehmens ist günstig, aber nicht risikofrei, denn der Einzelunternehmer haftet mit seinem Privatvermögen.

Ggf. ist es sinnvoll vor einer Gründung oder eine Umfirmierung ein Gespräch mit einem Experten zu unternehmen, um so manchen Gründerfehler vielleicht schon im Vorfeld ausmerzen zu können.

Steht der rechtliche Rahmen, sind innovative Ideen gefragt

Eine inhaltliche Ausrichtung des Produktionsstudios kann bereits zu Beginn des Unternehmertums erfolgen. Allerdings ist es auch denkbar, im Laufe der Jahre nachzujustieren bzw. neue Schwerpunkte zu setzen, schließlich müssen gerade Inhaber eines Produktionsstudios immer am Puls der Zeit bleiben. Mögliche Betätigungsfelder können diese sein:

  • Spezialisierung auf eine Musikrichtung

  • Regionalisierung und die Arbeit mit ortsansässigen Musikern

  • Vertonung und Digitalisierung von Erzählungen und Büchern

  • Tonlieferant für TV, Computer, Film und Radio

Um Musiker als potentielle Kunden zu werben und die fertigen Werke anschließend gewinnbringend weiterzuverkaufen, bedarf es an Marketing-Know-how, doch das ist nur eine Komponente, die zählt, um den Traum vom eigenen Produktionsstudio mit Erfolg zu erfüllen. Auch kann es durchaus sinnvoll sein, innovative Wege zu gehen und Nischenprodukte anzubieten.

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Ein Tag der offenen Tür kann eine gute Option sein, um ein Ideen-Brainstorming zu veranstalten. Dass Privatpersonen ihren eigenen Song produzieren dürfen, ist eine weitere Absatzmöglichkeit, die idealerweise auch beim Eventanbieter gelistet wird. Seminare für verschiedene Zielgruppen sowie Inhalte in mehreren Kanälen, beispielsweise die Tonaufnahmen in Kombination mit einem Video, sind weitere denkbare Möglichkeiten. Vielleicht lässt sich auch aus der beliebten Kombination aus Musikerherz und Sportleidenschaft eine vermarktbare Idee kreieren.

Abbildung 1: pixabay.com © SplitShire (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: pixabay.com © Bru-nO (CC0 Public Domain)

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