175 Minuten täglich lauschen die Deutschen dem Fernseher, dem Radio oder einem mobilen Endgerät. Davon entfallen im Schnitt rund 18 Minuten auf den klassischen Radiogenuss. Aber mal ehrlich, bei vielen von uns dudelt die Musik deutlich länger im Hintergrund. An manchen Tagen sprichwörtlich rund um die Uhr.
Zwar gehört das Radio nur zu den Elektrokleingeräten. Dennoch wirkt es sich auf die Energiekosten im Haushalt aus. Insbesondere dann, wenn das Lieblingsprogramm von morgens bis abends läuft. Abhängig vom Modell – und natürlich dem Strompreis – können sich die Kosten im Jahr auf über 60 Euro belaufen.
Eine Möglichkeit, die Stromkosten zu sparen, besteht im Kauf eines Batterie- oder Akkuradios. Allerdings kosten auch Batterien Geld und auch ein Akku benötigt von Zeit zu Zeit neue Energie.
Daher sucht so mancher nach einem anderen Weg, um die Stromrechnung klein zu halten. Dabei fällt der Blick schnell auf ein Balkonkraftwerk.
Schon mal von einem Balkonkraftwerk gehört?
Bevor man sofort einen Balkonkraftwerk-Test nach dem besten Modell durchstöbert, stellt sich zunächst eine Frage: Wie genau funktioniert denn so eine Anlage?
Kurz gesagt, handelt es sich bei einem Balkonkraftwerk um eine Mini-PV-Anlage, die in Deutschland laut dem Umweltbundesamt immer beliebter wird. Ihr Grundprinzip entspricht dem einer klassischen Photovoltaikanlage – nur eben im Miniformat.
Klassischerweise besteht die Stecker-Solaranlage abhängig vom Platzangebot auf dem Balkon aus zwei bis vier Solarmodulen. Dazu kommen der Wechselrichter sowie das Anschlusskabel an die Steckdose.
Sobald Sonnenlicht auf die Module trifft, erzeugen diese elektrischen Strom, der direkt ins Hausnetz eingespeist werden kann. Dieser „Sonnenstrom“ kann die im Haus angeschlossenen Elektrogeräte versorgen. Darunter natürlich auch das Radio.
Kann ein Balkonkraftwerk nur das Radio antreiben?
Abhängig von der Anlagengröße liegt die Leistung eines Balkonkraftwerks zwischen 600 und 2.000 Watt. Wie viel Strom es im Jahr erzeugen kann, hängt dabei von mehreren Faktoren ab, darunter:
- der genauen Ausrichtung auf dem Balkon
- dem Winkel und der Menge der Sonneneinstrahlung
- der Jahreszeit
Durchschnittlich können selbst bei den Standardmodellen rund 500 bis 1.800 Kilowattstunden Strom im Jahr zusammenkommen.
Diese Menge reicht aus, um gleich mehrere kleine Elektrogeräte täglich am Laufen zu halten. So verbrauchen etwa ein Radio, ein Laptop und ein Ladegerät fürs Smartphone zusammen nur 370 Wattstunden am Tag.
Aufgehorcht: Stromsparen bei den Dauerläufern im Haushalt
In vielen deutschen Haushalten ist das Radio ein echter „Dauerläufer“. Allerdings bleibt es selten 24 Stunden täglich und sieben Tage in der Woche eingeschaltet. Anders verhält es sich bei Kühlschrank, Gefriertruhe, WLAN-Router und Co.
Diese Geräte erzeugen durch ihre ständige Laufzeit eine gleichbleibende Stromlast. Beim Kühlschrank liegt diese im Jahr durchschnittlich bei 100 Kilowattstunden. Liegt der Strompreis bei 35 bis 40 Cent pro Kilowattstunde, entstehen folglich jährliche Kosten von 35 bis 40 Euro.
Auch diese lassen sich durch die Anschaffung eines Balkonkraftwerks bequem einsparen. Denn kommt die Energie für den Kühlschrank nicht aus dem öffentlichen Netz, sinkt der Gesamtstromverbrauch im Haushalt. Das wiederum bedeutet, dass die Stromrechnung niedriger ausfällt.
Warum ein Energiespeicher immer häufiger von sich hören lässt
Wer sich über die Vorteile eines Balkonkraftwerks informiert, trifft auch schnell auf einen Nachteil. Denn der durch die Stecker-Solaranlagen erzeugte Strom muss genau dann verbraucht werden, wenn er entsteht.
Sorgt etwa die Mittagssonne für ein im Haushalt ungenutztes Energiehoch, geht ein Großteil davon ins öffentliche Netz. Eine nennenswerte Vergütung dafür gibt es nicht.
Sinnvoller kann es daher sein, diese Energie zu speichern. Und zwar in einem Batteriespeicher. Er macht den „Sonnenstrom“ auch dann nutzbar, wenn gerade keine Sonne scheint.